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Von Bach bis Bonanza - von virtuos bis gnadernlos

Einen ganzen musikalischen Kosmos im Kopf titelte die FAZ nach einem Solokonzert des Pianisten Holger Manteys im Sendesaal des Hessischen Rundfunks.

Und in der Tat, Manteys Programm lässt, was Abwechslungsreichtum und Vielseitigkeit anlangt, keine Wünsche offen.

 

Ein Konzert mit ihm ist kein trockenes Piano-Recital. Zu seinem Instrument dem Flügel, gesellen sich unter Umständen Beatbox-Elemente, diverse Eigenbauinstrumente, eine zum Musikinstrument umfunktionierte Gießkanne, oder mitunter die aus Südafrika bekannte "Schreckenströte", die sogenannte Vuvuzela, um seine kongenialen Verformungen bekannter Werke verschiedenster Musikepochen in ein neues und meistens überraschendes Gewand zu kleiden. Das ist nicht nur ziemlich witzig, sondern auch musikalisch höchst genüsslich und anspruchsvoll.

Man kann somit bei den Interpretationen der Musik von Mozart bis Gershwin oder Bach bis Bonanza bei ihm auf Vieles gefasst sein, nur auf eines nicht, dass lange Weile aufkommt.

 

Mantey ist ein Virtuose, in dessen Kopf erstaunliche Gedankensprünge vor sich gehen (laut FAZ), was der Musiker, der mit seinen Konzerten in 21 Ländern der Welt gastierte, auch in seinen eigenen Stücken unter Beweis stellt. Er spielte mit namhaften Musikern in verschiedenen Besetzungen, wobei sein Solospiel von jeher einen immer schon besonderen Raum einnimmt.

SOLO-PROJEKTE-MANTEY

Von Mozart bis Gershwin-Klaviermusik zum Eintauchen

 

Der Pianist ist mit gängigen Kategorien nicht zu fassen. Bei ihm gehen Elemente aus Klassik und Jazz, angereichert mit Improvisatorischem und Meditativem, eine neuartige und originelle Verbindung ein. So gelingt es dem Musiker eindrucksvoll  die Grenzen der verschiedenen musikalischen Genres zum  Fließen zu bringen und bekannten Werken von u.a. von Mozart, Gershwin, Paganini und Co. ein „Soundgewand“ anzulegen, welches genussvoll, zu höchst spannend aber auch sehr witzig sein kann. 

 

So z.B. stürzt Chopins Etüde Op. 25 Nr. 2 aus klassisch gediegenen Koloraturhöhen ab, um in splittrigen Bebop Wasserfällen wieder zu erscheinen. Mantey kreiert so den Ausgangspunkt für zahllose Variationen und Veränderungen bei denen er u.a. eindrucksvoll demonstriert, dass man auch ohne Gebrauch der Finger grandios Klavier spielen kann.

Dabei ist seine unbändige Spiellust immer wieder der Ausgangspunkt dafür, ein Sammelsurium an sprudelnden Ideen auf die Bühne zu bringen, bei der seine Klassischen Wurzeln immer durchscheinen, sein unkonventioneller Spielwitz jedoch auch. Am besten abheben und mitfliegen.